Palästina: Mutter und Kind in einer Nothilfe-Einrichtung. Foto:  Mohammad Al Baba

Hilfe für Palästina

Wie die SOS-Kinderdörfer in Palästina helfen

Wie die SOS-Kinderdörfer in Palästina helfen

Armut und Gewalt prägen das Leben der Kinder in Palästina, zu dem das Westjordanland und der Gaza-Streifen gehören. Besonders hart ist die Lage für Kinder und Familien im dicht besiedelten Gaza-Streifen.

Die Eskalation der Gewalt hat seit Oktober 2023 unsägliches Leid über die Menschen in der Region gebracht. Insbesondere in Gaza ist die Zahl der Toten und Verletzen hoch. Unzählige Menschen haben ihr Zuhause verloren. Auch nach Ausrufen des Waffenstillstands ist ein dauerhafter Frieden in Gaza noch weit entfernt und das Land befindet sich in einer schweren humanitären Krise: 90 Prozent der 2,1 Millionen Menschen wurden aus ihren Häusern vertrieben. Es fehlt ihnen an Wasser, Lebensmitteln, medizinischer Versorgung. Die Menschen sind nahezu komplett auf Hilfslieferungen angewiesen. Besonders Kinder leiden unter Hunger, Krankheit und traumatischen Erlebnissen.

An zwei Standorten im Gazastreifen und dem Westjordanland finden Kinder, die nicht mehr bei ihren Familien leben können, ein neues Zuhause. Darüber hinaus unterstützen die SOS-Kinderdörfer Familien in Not- und Krisensituationen, bieten Schul- und Ausbildungsprojekte an.

Im März 2024 konnten 68 Kinder sowie 11 Mitarbeitende und Angehörige aus dem SOS-Kinderdorf Rafah ins Westjordanland evakuiert werden. Um weitere betreute Kinder und Familien sowie Mitarbeitende zu schützen, musste das SOS-Kinderdorf in Gaza evakuiert werden. Eine Entscheidung, die lebensrettend war: Durch Bombardements ist das SOS-Kinderdorf Rafah völlig zerstört worden. Die Kinder leben aktuell in provisorischen Unterkünften.

In der aktuellen Situation unterstützen wir in Gaza Kinder und Familien mit Lebensmitteln, Hilfsgütern, Medikamenten sowie durch provisorischen Unterricht und Aktivitäten für Kinder. Zusätzlich nehmen wir Kinder auf, die von ihren Eltern getrennt wurden, und versuchen, sie wieder mit ihren Familien zu vereinen. Psychologische Fachkräfte begleiten Kinder und Eltern bei der Verarbeitung ihrer traumatischen Erfahrungen.

Die SOS-Kinderdörfer unterstützen Kinder, Jugendliche und Familien auf allen Seiten von Konflikten. Sie setzen sich weltweit für jedes Kind ein – unabhängig von Staatsangehörigkeit, Hautfarbe, Religion oder ethnischer Zugehörigkeit. Gerade in krisengeprägten Regionen sind Kinder, vor allem ohne elterliche Fürsorge, akut gefährdet. Mit ihrer langjährigen Erfahrung im Nahen Osten führen die SOS-Kinderdörfer auch in der derzeitigen Situation ihre Arbeit fort und setzen sich für Kinder und Familien in Not ein.

 

Kind aus Gaza. Foto: Hosny Salah

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Eskalation in Nahost
Berichte und Geschichten

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Anzahl der Standorte

2

Familien und Bildung für

4.665

Kinder und Erwachsene

Seit

1966

im Land aktiv

Familie für elternlose Kinder

  • SOS-Kinderdörfer: Dort finden 175 elternlose und verlassene Kinder ein liebevolles Zuhause. Die Mädchen und Jungen wachsen in einer Familie zusammen mit Geschwistern auf und werden von einer SOS-Kinderdorf-Mutter betreut.
  • Jugendbetreuung: Wenn Jugendliche aus unseren SOS-Kinderdörfern eine weiterführende Schule besuchen oder eine Ausbildung beginnen, ziehen sie in Jugendwohngruppen um. Dort betreuen und begleiten wir 34 junge Menschen auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit.
  • Wohngruppen: 11 Kinder und Jugendliche, die vorübergehend Unterstützung benötigen, betreuen wir familiennah in kleinen Wohngruppen. In der Regel liegt hier der Schwerpunkt auf der Reintegration der Kinder in ihre Herkunftsfamilie.

Hilfe für Familien in Not

Die SOS-Kinderdörfer unterstützen und beraten Familien in Not, um sie vor dem Zerbrechen zu bewahren und gemeinsam Wege aus der Krise zu finden. Unsere Familienhilfe gibt so 4.153 Kindern und Eltern eine Perspektive. Das Hilfsangebot umfasst z.B.:

  • Zugang zu Bildung für Mädchen und Jungen, z.B. durch Unterstützung für Schulgeld, Schuluniformen und Lernmaterialien oder Förderunterricht.
  • Gesundheitsversorgung
  • Erziehungs- und Familienberatung, psychologische Unterstützung
  • Fortbildung und Berufsberatung

Bildung

  • Grund- und Sekundärbildung: Unsere Schulen bieten eine hochwertige Schulbildung. Kinder und Jugendliche aus den SOS-Kinderdörfern und deren Nachbarschaften besuchen dort den Unterricht. Darüber hinaus bieten wir z.B. Alphabetisierungskurse für Eltern. 123 Schulkinder und Erwachsene haben dadurch Zugang zu Bildung.
  • Berufsausbildung: Mit unseren Ausbildungsinitiativen und Fortbildungsangeboten fördern wir gezielt 169 sozial benachteiligte junge Menschen und Eltern.

 

 

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