"Heute suche ich selbst nach Lösungen"

Ein gewalttätiger Mann, Obdachlosigkeit und jetzt die Corona-Krise. Rosa, eine starke Mutter aus Bolivien, lässt sich durch nichts entmutigen und kämpft weiter für die Zukunft ihrer Kinder.

Das Leben von Rosa Soliz und ihren fünf Kindern schien lange Zeit aussichtslos. Ihr Mann war gewalttätig, aber gleichzeitig war sie von ihm finanziell abhängig – so begann die Frau aus dem bolivianischen El Alto die Geschichte ihrer großen Veränderung. Sie konnte sich nicht von ihm trennen, da sie ohne ihn mit den Kindern auf der Straße gestanden hätte.

Entscheidung mit dem Rücken zur Wand

Dann kam ihr Mann bei einem Autounfall ums Leben. An die Stelle der täglichen Gewalt trat die tägliche Armut. Die Familie hatte kein Dach über dem Kopf und kaum etwas zu essen. Aber immerhin hatte Rosa jetzt die Freiheit, Entscheidungen zu treffen. Rosa wusste, dass sie dieses trostlose Dasein ändern musste. "Ich wollte etwas tun, um meinen Kindern und Enkelkindern ein besseres Leben zu ermöglichen." Sie bewarb sich für das Familienstärkungsprogramm der SOS-Kinderdörfer. Ein Schritt, der sie Überwindung und Mühe gekostet hat.

Rosa begreift, was sie alles kann

Aber die Mühe hat sich gelohnt! Rosa wurde aufgenommen und blüht seither auf: Die tatkräftige Frau nahm an Maurerkursen teil. Mit ihren eigenen Händen baute sie ein Zuhause für ihre Familie. Dann erlernte sie das Back- und Konditorhandwerk, am Ende gründete sie zusammen mit ihren Töchtern eine Bäckerei. Damit sichern sie heute das Einkommen der Familie.

"In der schwersten Zeit meines Lebens traf ich die SOS‑Kinderdörfer und sie waren für mich da. Sie halfen mir zu verstehen, wie wertvoll meine Familie ist und warum wir nur zusammen stark sind. Jetzt verdienen wir unseren Lebensunterhalt mit Kuchen – gibt es etwas Schöneres?", sagt Rosa.

"Die SOS-Kinderdörfer halfen mir zu verstehen, wie wertvoll meine Familie ist und warum wir nur zusammen stark sind."

Rosa Soliz, Mutter aus Bolivien

Corona: Reichen die Reserven?

Ihr geringes Anfangskapital hat Rosa vervielfacht. Sie hat genügend Rücklagen für die Produktion angelegt und den Kredit für einen Ofen abbezahlt. Doch dann kam Corona: Ausgangssperre, keine Kundschaft mehr – wie überall auf der Welt. Es traf die Familie hart. Die Bäckerei musste schließen und Rosa brauchte ihre Ersparnisse auf, um Lebensmittel für ihre Familie zu kaufen. Wie so viele in der Lockdown-Zeit rechnete auch Rosa im Kopf durch, wie lange die Reserven reichen würden.

Mittlerweile wurden die Corona-Maßnahmen in Bolivien gelockert - und die tatkräftige Kleinunternehmerin hat ihren Backofen wieder angeheizt. Aber Rosa wäre nicht Rosa, wenn sie nicht schon weiterdenken würde: "In Zukunft soll unser Unternehmen auch andere Menschen beschäftigen, die in einer Notlage sind. Früher war ich abhängig und habe immer auf jemanden gewartet, der mir sagt, was ich tun soll", erinnert sie sich. "Heute suche ich selbst nach Lösungen."

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