5 Tipps: Wie spreche ich mit meinem Kind über Rassismus?

Seit dem gewaltsamen Tod von George Floyd gehen die Menschen in den USA und auch in Ländern wie Deutschland auf die Straße, um gegen Rassismus zu protestieren. Ein Thema, das uns alle angeht!

Die SOS-Kinderdörfer sind vielerorts ein lebendiges Zeichen gegen Rassismus und Diskriminierung: Es gehört zu unseren Grundsätzen, dass wir Kinder in Not unterstützen, unabhängig davon, welche Hautfarbe oder Religion sie haben. Im SOS-Kinderdorf Ksarnaba im Libanon zum Beispiel wachsen Sunniten, Schiiten und Christen zusammen auf, in den SOS-Kinderdörfern in Ecuador finden sowohl Nachkommen der Ureinwohner als auch der europäischen Einwanderer ein Zuhause und in Indien freuen sich christliche Kinder, die Feste ihrer Hindu-Freunde mit zu feiern – und umgekehrt.

Wie Völkerverständigung gelingen kann und wie Eltern mit ihren Kindern über Rassismus sprechen können, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

  1. Erklären Sie, worum es geht: Was ist Rassismus?
    Eine kindgerechte Erklärung könnte so aussehen: "Rassismus bedeutet, dass ich jemanden ablehne, schlecht über ihn denke, ungerecht und unfreundlich bin, nur, weil er anders aussieht und aus einer anderen Kultur kommt. Für Menschen, die so denken, spielt es dabei keine Rolle, was der andere tut oder sagt. Sie interessieren sich nicht für seine Meinung oder seine Hobbys, es ist ihnen auch egal, ob die andere Person nett ist oder einen guten Humor hat. All das zählt nicht." Machen Sie Ihrem Kind deutlich, dass dieses Verhalten verletzend und falsch ist.
  2. Schaffen Sie Bewusstsein
    Schaffen Sie im Gespräch mit Ihrem Kind ein Bewusstsein dafür, was in unserem Alltag rassistisch ist: Wenn ein Mensch anderer Herkunft beschimpft wird, ist das offensichtlich. Andere Beispiele sind ihrem Kind vielleicht nicht so klar: Wenn jemand, nur, weil er eine andere Hautfarbe hat, auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt wird. Oder dass es kränkend sein kann, einem Schwarzen dazu zu gratulieren, dass er gut Deutsch spricht! Vielleicht ist er ja hier aufgewachsen und Deutschland ist seine Heimat. Er will nicht wie ein Fremder behandelt werden.
  3. Überprüfen Sie Ihre eigenen Einstellungen
    Ein Gespräch mit den Kindern ist immer auch eine Chance, sich selbst auf die Schliche zu kommen und eigene Vorurteile zu entdecken: Gibt es Situationen, in denen ich Andere aufgrund ihrer Kultur oder Hautfarbe beurteile? Die Möglichkeit, dies zu verändern, besteht immer.
  4. Bringen Sie die Welt ins Kinderzimmer
    Oft begegnen Kinder beim Spielen nur ihrer eigenen Kultur: In ihren Büchern sind fast alle Kinder weiß und unter ihren Buntstiften gilt ein blasses Rosa als Hautfarbe. Bringen Sie die Welt ins Kinderzimmer: Hautfarbe kann alles Mögliche sein, rosa, gelbbraun, dunkelbraun. Und jede Kultur hat wunderbare Geschichten zu bieten. Wer danach schaut, wird fündig.
  5. Ins Handeln kommen
    Suchen Sie gemeinsam mit ihrem Kind nach Möglichkeiten zu handeln. Sich gegen Rassismus und Diskriminierung einzusetzen kann bedeuten, dass ich Stellung beziehe, wenn Mitschüler Witze auf Kosten anderer Kulturen machen oder verächtlich über sie sprechen. Oder dass ich selbst mehr auf meine Sprache achte. Oft sind es die kleinen Dinge, die einen Unterschied machen.

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