Bundesentwicklungsministerium (BMZ)

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) fördert Entwicklungsprojekte der SOS-Kinderdörfer.

Als öffentlicher Zuwendungsgeber bezuschusst das BMZ verschiedene Projekte der SOS-Kinderdörfer, die von lokalen Partnern umgesetzt werden. Die geförderten Projekte haben die Zielsetzung, die wirtschaftliche, soziale und/oder ökologische Situation armer Bevölkerungsgruppen in Ländern des globalen Südens unmittelbar und nachhaltig zu verbessern. Zugleich tragen die Projekte zur Stärkung der Kinderrechte bei. In unseren Projekten reagieren wir auf die Anregungen, Wünsche und Forderungen der Menschen vor Ort und beteiligen die betroffenen Kinder, Jugendlichen, Erwachsenen und Gemeinden an der Umsetzung und Evaluierung.

Erfolgreiche Zusammenarbeit

Ein Schwerpunkt der Zusammenarbeit der SOS Kinderdörfer mit dem BMZ sind die SOS-Familienhilfe, die Unterstützung benachteiligter Jugendlicher durch Ausbildung und Kompetenzförderung und die Stärkung des Kinderschutzes insgesamt.

Seit den 1980er Jahren sind die Programme zur Familienstärkung (FS) ein wichtiger Bestandteil der Arbeit der SOS-Kinderdörfer weltweit. Die Programme fördern Familien in der Nachbarschaft der SOS-Kinderdorf Standorte. Familien sollen dazu befähigt werden, ein selbstständiges und selbstbestimmtes Leben zu führen. Ziel ist es, dass die Eltern ihren Kindern ein kindgerechtes Aufwachsen ermöglichen können.

Gemeinsam mit den Familien werden Ziele entwickelt, die zur Verbesserung der Lebenssituation beitragen. Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter begleiten, beraten und unterstützen die Projektteilnehmerinnen, wie z.B. beim Programm zur Familienstärkung in Gambia. Foto: Claire Ladavicius

Die Aktivitäten richten sich dabei nach den Bedürfnissen der Familien und beinhalten u.a. berufsbildende und einkommensschaffende Maßnahmen, sowie Mikrokredite und landwirtschaftliche Aktivitäten. Workshops und Kampagnen sensibilisieren Familien und Gemeinden für Themen wie Gesundheitsprävention, Kinderrechte und Umweltschutz. Zudem werden lokale Institutionen und zivilgesellschaftliche Initiativen dabei unterstützt, ein familienfreundliches Umfeld zu schaffen.

Zunächst hat sich das BMZ verstärkt als Partner für die Finanzierung von SOS-Programmen zur Familienstärkung eingebracht. Weitere Schwerpunkte sind die Förderung von Jugendbeschäftigung und Jugendbildung sowie die De-Institutionalisierung.

Im Bereich der Jugendbeschäftigung werden jugendliche in ihren persönlichen, sozialen und fachlichen Kompetenzen gestärkt. Durch Praktika und Mentoring wird ihnen ein Zugang zum Arbeitsmarkt ermöglicht. Dies ist auch eine gute Chance für Jugendliche, die die SOS-Jugendeinrichtungen verlassen und so auf ein eigenständiges Leben vorbereitet sind.

Bei der De-Institutionalisierung setzen sich die Mitarbeiter:innen vor Ort, zumeist in Netzwerken mit anderen Organisationen wie z.B. Unicef, dafür ein, dass sehr große Kinderbetreuungsinstitutionen, die unpersönlich und dem Kindeswohl nicht förderlich sind, in kleine familienähnliche Strukturen überführt werden und ein System von professionellen Pflegefamilien aufgebaut wird.

Ein Schwerpunkt der Kooperation sind Projekte zur Förderung von benachteiligten Jugendlichen und deren Beschäftigungsfähigkeit. Foto: Katerina Ilievska

Aktuell geförderte Projekte (Stand: 2022)

  • Albanien, Bosnien, Kosovo, Nordmazedonien und Serbien, SOS-Ausbildungsprogramm auf dem Balkan: Förderung  der beruflichen und sozialen Integration marginalisierter junger Menschen durch Ausbildung und Kompetenzförderung.
  • Albanien, Armenien, Belarus, Nordmazedonien, Ukraine: Stärkung der Kinderbetreuungssysteme im Einklang mit den Leitlinien der Vereinten Nationen für die alternative Betreuung von Kindern (De-Institutionalisierung).
  • Äthopien, Jugendeinrichtungen in Addis Abeba und Adama City: Arbeitsmarktintegration junger Menschen durch Verbesserung des Ausbildungsangebots in Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen, Kleinunternehmertrainings und Kompetenzaufbau für Jugendliche und junge Erwachsene und Partnerschaften zwischen staatlichen Bildungseinrichtungen, gemeindebasierten Initiativen und privaten Unternehmen.
  • Armenien: Soziale und wirtschaftliche Integration benachteiligter syrisch-armenischer Familien in Jerewan, Aufbau von Kompetenzen und Koordinationsmechanismen bei lokalen Fachkräften zur Arbeit mit durch Krieg und Flucht traumatisierte Familien.
  • Belarus, SOS-Ausbildungsprogramm Borovlany: Soziale und wirtschaftliche Integration benachteiligter Jugendlicher und junger Eltern in Belarus. Schulungen für Fachkräfte aus dem Jugendfürsorgesystem.
  • BolivienFS La Paz: das Recht auf Familie verwirklichen! De-Institutionalisierung des Betreuungssystems im Departamento La Paz.
  • Dschibuti, FS Balbala: Einkommensschaffende Maßnahmen für vulnerable Familien, Berufsausbildungen für Jugendliche, Stärkung lokaler Schutzsysteme durch Schulungen für Fachpersonal in Behörden und gemeindebasierte Selbsthilfestrukturen.
  • Gambia, FS Bakoteh: Bessere Lebensbedingungen für Familien, die im Umfeld der größten Mülldeponie des Landes leben – einkommensschaffende Maßnahmen für Eltern und junge Erwachsene, lokaler Kompetenzaufbau zum Management der Deponie und Sensibilisierung von Entscheidungsträgern und der Bevölkerung für die Gefahren der dortigen Mülldeponie.
  • Georgien, FS Tbilisi /Kakheti & Guria: Stärkung von, für Familien- und Kinderschutz zuständige lokale Sozialdienstleistern und Behörden um eine  bedarfsgerechte Unterstützung vulnerabler Familien sicher zu stellen; Sensibilisierung von lokalen Akteuren und der Bevölkerung für den Kinderschutz, insbesondere zur gewaltfreien Erziehung.
  • Kap Verde, FS Mindelo: Kinder alleinerziehender Mütter - Verbesserung der Lebenssituation durch psycho-soziale und ökonomische Unterstützung.
  • Palästina: Verbesserung des Unterstützungsangebots für Gewaltopfer und zur Gewaltprävention in vulnerablen Familien durch Schulungen lokaler Fachkräfte und den Aufbau von Fachzentren, Sensibilisierung für Geschlechtergerechtigkeit und gewaltfreie Erziehungsmethoden.
  • Nigeria, FS Oredo: Stärkung von Gemeindestrukturen, um diese zu befähigen, wirkungsvoll für Kinderrechte einzutreten, eigene Entwicklungsinitiativen umzusetzen und nachhaltige Kinderschutzstrukturen in Schulen und Gemeinden aufzubauen.
  • Ruanda, Stärkung des Kinderschutzes für benachteiligte Kinder und Kinder in alternativer Betreuung durch einkommensschaffende Maßnahmen für verarmte Familien, Schulungen von Kinderschutz-Fachkräften und verbesserter Koordination zwischen staatlichen Akteuren und gemeindebasierten Selbsthilfestrukturen.
  • Ruanda, Uganda: Ausbildung und Kompetenzaufbau für 1.050 Jugendliche und junge Erwachsene, Stärkung von Netzwerken und Dialogprozessen zwischen Jugendlichen und Entscheidungsträgern, um die Arbeitsmarktintegration benachteiligter Jugendlicher zu verbessern.
Auf den Kapverden leben Mütter und Kinder zum Teil in extremer Armut. Foto: Claire Ladavicius

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH unterstützt Projekte der SOS Kinderdörfer gemäß den Zielen der deutschen Bundesregierung für internationale Zusammenarbeit für nachhaltige Entwicklung.

  • Nigeria: SKYE – Skills Development for Youth Employment: Im Rahmen des Projektes werden 500 Jugendliche ausgebildet. Sie erhalten eine Kurzausbildung in handwerklichen oder landwirtschaftlichen  Fähigkeiten oder auch IT, Training zur Stärkung der Persönlichkeit und Kenntnisse in der Existenzgründung. Die besten Businessideen werden mit einem Start-Up-Zuschuss gefördert. Das Projekt zielt vor allem auf Jugendliche in den ländlichen Gebieten. Die Arbeitsagenturen im Edo State (Standort des Projektes) kooperieren eng mit SOS Kinderdörfern Nigeria.

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