Ein Besuch in Choluteca

Pate erlebt SOS-Kinderdorf-Arbeit in Honduras

Seit vier Jahren schon unterstützt Oliver Misselke sein Patenkind in Honduras. Vergangenen November reiste er in das zentralamerikanische Land, um die SOS-Arbeit vor Ort zu erleben.
"Das Konzept hat mich wirklich überzeugt": Pate Oliver Misselke (r.) mit einem Mitarbeiter im SOS-Kinderdorf Choluteca in Honduras.

Rund 10.000 Kilometer – so weit ist es etwa von Oliver Misselkes Heimatstädtchen Marsberg im Sauerland bis nach Choluteca in Honduras. Der 49-Jährige nahm sich für seine Reise nicht viel Zeit, knapp eine Woche war er nur unterwegs. "Es sollte keine Urlaubsreise werden, hauptsächlich wollte ich sehen, wie mein Patenkind dort lebt", erzählt er.

Sein Weg führte ihn von Frankfurt mit Zwischenstopp in der Dominikanischen Republik und Costa Rica nach Tegucigalpa, die Hauptstadt von Honduras. Von dort ging es mit dem Auto weiter. Rund 140 Kilometer sind es von Tegucigalpa bis ins SOS-Kinderdorf Choluteca. "Ich habe auf diesem Weg sehr viel Armut gesehen. Die Menschen leben dort in einfachsten Verhältnissen. Entlang der Straße sieht man auch immer wieder Kinder, die alles Mögliche zum Kauf anbieten."

"Eine wichtige Erfahrung"

Nach seiner Ankunft hatte Oliver Misselke gleich Gelegenheit, gemeinsam mit dem Dorfleiter das Kinderdorf kennenzulernen. In Choluteca leben 13 SOS-Familien. Neben den Häusern im Dorf, gibt es auch Familienhäuser, die vollständig in die Gemeinde integriert sind. In einem solchen Familienhaus lebt Oliver Misselkes Patenkind. Das Mädchen wächst dort in ihrer SOS-Familie Tür an Tür mit Kindern aus der Nachbarschaft auf. "Das Konzept hat mich wirklich überzeugt", sagt Oliver Misselke. "Wie das Kind dort aufwächst, ist überhaupt nicht zu vergleichen mit dem, was ich auf meiner Fahrt durchs Land gesehen habe."

Oliver Misselke und sein Patenkind hatten sich bereits über Briefe etwas kennengelernt. "Unser Treffen war sehr herzlich. Vor allem die herzliche Umarmung am Ende meines Besuchs hat mir gezeigt, dass es die richtige Entscheidung war, die strapaziöse Fahrt zu machen." Auch die SOS-Mitarbeiter haben sich sehr über den Besuch aus Deutschland gefreut.

Warum sich Oliver Misselke überhaupt für eine SOS-Patenschaft entschieden hat, weiß er genau. "Ich wollte einfach etwas Gutes tun. Da schien mir die Patenschaft das Richtige zu sein." Zuhause erinnert sich der Familienvater noch gerne an seine Eindrücke von der Reise. "Das war wirklich eine wichtige Erfahrung für mich."