Somalia
Warum die SOS-Kinderdörfer in Somalia helfen
Warum die SOS-Kinderdörfer in Somalia helfen
Jahre des Bürgerkriegs haben in Somalia einen maroden Staat mit zerstörter Infrastruktur hinterlassen. Zahlreiche Kinder wurden als Soldaten missbraucht. Bis heute kommt es immer wieder zu militärischen Konflikten und Anschlägen. Ein Großteil der Bevölkerung lebt in Armut, auch Dürrekatastrophen setzen den Menschen immer wieder zu. All dies hat zu großen Fluchtbewegungen geführt: Zahlreiche Somalier:innen haben das Land verlassen oder sind Vertriebene im eigenen Land.
Stabilität ist notwendig, um das Leben für die Familien zu verbessern.
Kinder wachsen in der Sicherheit des SOS-Kinderdorfs Mogadishu auf. Foto: SOS-Kinderdörfer weltweitDas Land hat keine funktionsfähige Regierung und internationale Bemühungen zur Errichtung einer stabilen somalischen Landesverwaltung sind bisher erfolglos geblieben. Die Hoffnung war groß, als im September 2012, nach über 20 Jahren in Somalias erstem Parlament 275 Abgeordnete angelobt wurden. Trotz bester Bemühungen der neuen Regierung ist das Land weiterhin vielen Herausforderungen ausgesetzt. Laut Ibrahim-Index für afrikanische Regierungsführung 2013 bildet Somalia das Schlusslicht in den vier untersuchten Kategorien Sicherheit und Rechtsstaatlichkeit, Mitbestimmung und Menschenrechte, nachhaltige Wirtschaftsmöglichkeiten sowie menschliche Entwicklung.
Somalia – ein prekärer Lebensort
Mit einer Infektionsrate von 0,5 Prozent stellt HIV eines der größten Gesundheitsprobleme in Somalia dar. In den letzten Jahren sind jedoch auch eine große Zahl von Kindern an Cholera, Durchfallerkrankungen und Hepatitis erkrankt.
Die Lebenserwartung der Bewohner Somalias beträgt durchschnittlich nur 52 Jahre. Schätzungsweise 85 Prozent der Bevölkerung leben in Armut. Die regelmäßige Versorgung mit Wasser und Nahrung sowie der Zugang zu sanitären Einrichtungen bleibt für die meisten Somalier reines Wunschdenken. In ländlichen Regionen haben nur 6 Prozent der Bevölkerung Zugang zu sanitären Einrichtungen. Die Mehrheit der Somalier hat nie eine Schule besucht. Lediglich 37 Prozent der Somalier können lesen und schreiben. Bei den Frauen ist die Analphabetenrate mit 75 Prozent extrem hoch.
Das Leben der Kinder ist durch Unsicherheit in Mitleidenschaft gezogen wurden.
Im SOS-Kindergarten. Foto: SOS-Kinderdörfer weltweitNur eine sehr begrenzte Anzahl von Kindern kann in Somalia eine Schule besuchen. Somalia hat sogar eine der niedrigsten Einschulungsquoten auf der ganzen Welt. Nur jedes fünfte somalische Kind zwischen 7 und 12 Jahren hat die Chance, eine Schule zu besuchen. Die Kinder gehen durchschnittlich nur 1,8 Jahre lang zur Schule. Seit dem Zusammenbruch der letzten Zentralregierung im Jahr 1991 ist die Infrastruktur der Schulen größtenteils zerstört oder dem Verfall überlassen worden.
Die SOS-Kinderdörfer in Somalia
Die SOS-Kinderdörfer begannen ihre Tätigkeit in Somalia im Jahr 1983, als ein Abkommen mit der damaligen somalischen Regierung unterzeichnet wurde. Unsere Arbeit in Somalia war und ist vor große Herausforderungen gestellt, da sich die Sicherheitslage in Somalia weiter verschlechtert.
Derzeit unterstützen wir die Bevölkerung, indem wir Familien stärken, sodass sie zusammen bleiben können. Wir bieten Kindern, die keine elterliche Fürsorge haben, ein liebesvolles Zuhause in SOS-Familien. Ältere Kinder besuchen unsere Jugendprogramme. Zusätzlich leiten wir einen Kindergarten und eine Primär-und Sekundarschule in Mogadishu. Seit 2002 bildet die SOS-Krankenschwesternschule Krankenschwestern und Hebammen aus. Wir stellen medizinische Versorgung in Mogadishu und Baidoa, vor allem für lokale Mütter und deren Kinder zur Verfügung.
Kontakt:
SOS Children's Villages Somalia
Wadajir District, Off Airport Road
Bulo Hubey P.O Box 599
Mogadishu, Somalia.
Helfen Sie Kindern in Not
Schenken Sie Not leidenden Kindern und Familien eine Zukunft: Unterstützen Sie die Arbeit der SOS-Kinderdörfer.Anzahl der Standorte
4
Familien und Bildung für
11.386
Kinder und Erwachsene
Seit
1983
im Land aktiv
Familie für elternlose Kinder
- SOS-Kinderdorf in Mogadischu: Dort finden 186 elternlose und verlassene Kinder ein liebevolles Zuhause. Die Mädchen und Jungen wachsen in einer Familie zusammen mit Geschwistern auf und werden von einer SOS-Kinderdorf-Mutter betreut.
- Jugendbetreuung: Wenn Jugendliche aus unseren SOS-Kinderdörfern eine weiterführende Schule besuchen oder eine Ausbildung beginnen, ziehen sie in Jugendwohngruppen um. Dort betreuen und begleiten wir 102 junge Menschen auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit.
- Pflegefamilien: Die SOS-Kinderdörfer unterstützen und beraten Pflegefamilien mit insgesamt 100 Pflegekindern.
Hilfe für Familien in Not
Die SOS-Kinderdörfer unterstützen und beraten Familien in Not, um sie vor dem Zerbrechen zu bewahren und gemeinsam Wege aus der Krise zu finden. Unsere Familienhilfe gibt so 9.363 Kindern und Eltern eine Perspektive. Das Hilfsangebot umfasst z.B.:
- Zugang zu Bildung für Mädchen und Jungen, z.B. durch Unterstützung für Schulgebühren, Schuluniformen und Lernmaterialien oder Förderunterricht.
- Gesundheitsversorgung
- Erziehungs- und Familienberatung, psychologische Unterstützung
- Fortbildung und Berufsberatung
Bildung
- Frühkindliche Bildung: Die Kindertagesstätte unseres SOS-Kinderdorfs in Mogadischu steht auch Mädchen und Jungen aus der Nachbarschaft offen. 59 Mädchen und Jungen werden so in einem geschützten Umfeld betreut und in ihrer Entwicklung gefördert.
-
Grund- und Sekundärbildung: Unsere Hermann-Gmeiner-Schule in Mogadischu bietet eine hochwertige Schulbildung. Kinder und Jugendliche aus den SOS-Kinderdörfern und deren Nachbarschaften besuchen dort den Unterricht. Darüber hinaus bieten wir z.B. Alphabetisierungskurse für Eltern. 926 Schulkinder und Erwachsene haben dadurch Zugang zu Bildung.
-
Berufsausbildung: Mit unseren Berufsbildungszentren, Ausbildungsinitiativen und Fortbildungsangeboten fördern wir gezielt 649 sozial benachteiligte junge Menschen und Eltern.
Gesundheit
- Medizinische Hilfe: Die Mutter-Kind-Klinik der SOS-Kinderdörfer in Mogadischu und unser Medizinisches Zentrum in Baidoa bieten Kindern, schwangeren Frauen und Eltern eine kostenlose medizinische Grundversorgung. Unsere Ärzt:innen und Pflegekräfte leisten oftmals lebensrettende Hilfe.
- Gesundheitsförderung und Prävention: Durch Beratungs- und Unterstützungsangebote erreichen wir 32.828 Menschen: Unsere Mitarbeiter:innen informieren Kinder und Familien über Gesundheitsthemen und Hygiene auf und beraten bei der Familienplanung.
- Förderung der mentalen Gesundheit und psychosoziale Unterstützung: Die Mitarbeitenden der SOS-Kinderdörfer in Somalia werden regelmäßig von erfahrenen Psycholog:innen geschult um traumatisierte Kinder und Jugendliche bestmöglich zu versorgen.
Aktuelles Hilfsprojekt
Die SOS-Mutter-Kind-Klinik in Mogadischu ist lebensrettende Anlaufstelle für Menschen von nah und fern, die medizinische Hilfe brauchen. Erfahren Sie mehr über die Arbeit der Klinik und deren Renovierung
Unterstützung durch das BMZ
Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt Entwicklungsprojekte der SOS-Kinderdörfer in diesem Land. Erfahren Sie mehr über Projekte, die aktuell unterstützt werden.