Kolumbien: Die Not hat viele Gesichter – unsere Hilfe auch

Verschiedene Lösungen unterstützen Kinder und Familien mit unterschiedlichen Problemen

Kolumbien ist vielfach gebeutelt: Konflikte mit paramilitärischen Gruppen, Zufluchtsort für zwei Millionen Geflüchtete aus Venezuela, Armut und Gewalt sind weit verbreitet. Deshalb setzt die Arbeit der SOS-Kinderdörfer in Kolumbien vielseitig an.

Die Not, in die Kinder, Jugendliche und Familien unverschuldet geraten können, hat viele Gesichter. Damit diese Menschen Sicherheit erfahren und ihren Lebensweg mit neuem Mut und neuen Ressourcen aufgreifen können, braucht es genauso viele Arten der Unterstützung und Begleitung. Ob Flucht, Armut, Bürgerkrieg oder Hunger und jetzt noch Pandemie – die SOS-Kinderdörfer in Kolumbien versuchen mit unermüdlichem Einsatz, die Betroffenen zu unterstützen. Durch das jahrelange Engagement und die Unterstützung von unseren Spender:innen, konnte für viele Kinder und Familien ein sicheres Umfeld geschaffen werden.

 

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Konflikte, Flucht und Armut

Kolumbien ist ein Land, das durch Jahrzehnte andauernde Krisen gezeichnet ist, die kein Ende zu nehmen scheinen: Aufgrund des Konflikts mit paramilitärischen Gruppierungen ist Kolumbien mit 7,7 Millionen weltweit das Land mit den meisten Binnengeflüchteten. Gleichzeitig beherbergt das Land mehr als zwei Millionen Geflüchtete aus Venezuela, die vor bitterster Armut in ihrer Heimat geflohen sind. Zusätzlich zu diesen Problemen leidet auch Kolumbien seit über einem Jahr unter den Folgen der Corona-Pandemie, die vor allem die Ärmsten des Landes treffen. Oftmals sind besonders Geflüchtete betroffen, denn da viele von ihnen keine Arbeitserlaubnis erhalten, suchen sie sich informelle Arbeit, um ihre Familien zu ernähren. Etwa als Straßenverkäufer:innen – diese Jobs brachen mit den Ausgangsbeschränkungen und Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zuerst weg. 

Die SOS-Kinderdörfer arbeiten seit 1971 in Kolumbien. Die Arbeit der Kolleg:innen vor Ort konnte das Leben vieler Kinder und Familien verbessern. Grafik: Stefanie Zottl

Zuflucht in kinderfreundlichen Zonen

Frauen und Kinder machen 80 Prozent der aus Venezuela Geflüchteten aus, die in Kolumbien leben. Die Mitarbeiter:innen der SOS-Kinderdörfer in Kolumbien haben in der Grenzregion La Guajira im Nordosten des Landes spezielle Zonen errichtet, die besonders familien- und kinderfreundlich sind: Dort können die Kinder in Ruhe spielen und lernen – und sind gleichzeitig weniger Risiken ausgesetzt. 

In einem Projekt in Kolumbien, das sich "Tejiendo caminos" nennt, was so viel bedeutet wie "Wege verbinden", bearbeiten Kolleg:innen der SOS-Kinderdörfer gemeinsam Kindern und Jugendlichen über Kunst und Musik verschiedene Probleme. So behandeln sie auch das Thema Flucht. Sie wollen für mehr Toleranz zwischen den Nationen sorgen, für ein besseres Verständnis von kolumbianischen Familien gegenüber venezolanischen Geflüchteten, und das Selbstbewusstsein geflüchteter Kinder stärken. Das unten stehende Lied haben sie am Weltflüchtlingstag 2020 den geflüchteten Familien gewidmet. Es handelt davon, in der Fremde eine neue Heimat und neue Freunde zu finden. 

Vom Geflüchteten zum Vater im SOS-Kinderdorf

Genau diesen und noch weiteren Aufgaben stellen sich täglich die Frauen und Männer der SOS-Kinderdörfer in Kolumbien, wie das Beispiel von Wuilios, SOS-Kinderdorfvater, aus dem SOS-Kinderdorf Rionegro zeigt: Vor fast zwei Jahren begann er die Ausbildung bei den SOS-Kinderdörfern, um Betreuer zu werden, und ist nun verantwortlich für ein Familienhaus der SOS-Kinderdörfer mit fünf jungen Erwachsenen, die sich auf dem Weg in die Selbstständigkeit befinden, und vier noch jungen Kindern. „Es ist etwas ganz Besonderes zu sehen, wie Kinder mit der Schubkarre spielen und ihre eigene imaginäre Welt erschaffen, ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Zu ihrem Glück haben sie hier diesen Ort gefunden, um ihre Kreativität zu entwickeln und ihre Kindheit erleben zu dürfen.“ 

Wuilios weiß, von was er spricht: Er kam als Migrant aus Venezuela und hat sich in Kolumbien ein neues Leben aufgebaut. Jetzt ist er angekommen – und hilft seinerseits jungen Menschen beim Aufbruch und Ankommen im Leben. Das macht er vor allem über die Musik und über Kunst, denn er ist selbst Musiker und findet: "Kunst kann heilen, freimachen und neue Potenziale entfalten." Er will den Kindern damit auch ermöglichen, die Welt aus unterschiedlichen Perspektiven zu sehen. 

Ein Zuhause auf Zeit

Nelly Peréz (Mitte) bietet Kindern in ihrer eigenen Familie ein temporäres Zuhause. Foto: SOS-Kinderdörfer Kolumbien

Oder Nelly Peréz, eine SOS-Pflegemutter aus Tolima, die Kindern ein temporäres Zuhause bietet und dabei von den SOS-Kinderdörfern in Kolumbien unterstützt wird. Ursprünglich ist Nelly ausgebildete Erzieherin und arbeitete auch fünf Jahre lang in dieser Rolle, bevor sie zu den SOS-Kinderdörfern kam. Seit 2003 arbeitet sie als Pflegemutter – in dieser Zeit hat sie viele Erfahrungen gesammelt. Sie ist vor allem der Meinung, "dass man mit Liebe alles schaffen kann".

Neben allen positiven Erfahrungen ist es für die Pflegemutter oftmals auch mit Schmerzen verbunden, wenn sie ein aufgenommenes Kind wieder aus ihrer Obhut geben muss: Der Abschied von einem Mädchen, das schon als Baby in ihre Familie kam und mit drei Jahren von einer Familie adoptiert wurde, fiel Nelly besonders schwer. Denn über die Zeit war das Mädchen für sie eine Tochter geworden. 

In ihrer Familie nimmt sie Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren auf, die SOS-Kinderdörfer in Kolumbien unterstützen sie dabei. "Die Rolle als Pflegemutter war bislang eine wunderbare Erfahrung, da es für mich eine konkrete Möglichkeit ist, Kindern, deren Rechte missachtet wurden, Hilfe, Liebe und Schutz zu bieten", sagt Nelly.

"Wir möchten ein Beispiel für Solidarität und Zusammenhalt sein"

Sergio Guerrero unterstützt sowohl geflüchtete als auch einheimische Kinder und Familien in La Guajira. Foto: SOS-Kinderdörfer weltweit

Auch Sergio Guerrero ist im Einsatz für die SOS-Kinderdörfer in Kolumbien: Der junge Mann organisiert gemeinsam mit anderen Mitarbeiter:innen Unterricht und Freizeitangebote für geflüchtete Kinder aus Venezuela in der Grenzregion La Guajira. "Wir unterstützen uns gegenseitig als Team und wir sind fest davon überzeugt, dass wir einen Unterschied für die Menschen machen, die in Not sind. Außerdem möchten wir für sie ein Beispiel für Solidarität, Resilienz und Zusammenhalt sein", sagt Sergio.

Der junge Mann sieht sich in der Verantwortung, sich für andere einzusetzen. "Wir sind hier wegen der hunderten Kinder und Familien, denen wir helfen wollen, die endlose Spirale der Hoffnungslosigkeit zu beenden. Von einer schwierigen Vergangenheit hin zu einer Zukunft voller Liebe für die Familien. Wir sind hier wegen Pedro, Marvin, Pepe und den unzähligen Kinder namens Luis; für Alexandra, Carla und ihre Freund:innen, die nicht aufhören zu tanzen, auch wenn unsere Aktivitäten mit ihnen vorbei sein; für Yorgenis, Esteban und Mariana, die jetzt lesen und schreiben können. Wir sind hier für all diejenigen, die uns in ihr Zuhause aufgenommen haben und für die wir unser Versprechen halten wollen."

 

 

 

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