14. Juli 2022 | NEWS

Sprachbarrieren überwinden

Erfolge für die Stipendiatinnen und Stipendiaten des Learnship Sprachtrainings

Was werde ich später einmal machen? Viele Jugendliche erhoffen sich einen guten Beruf und ein gesichertes Einkommen. Doch nur wenigen eröffnet sich diese Möglichkeit, insbesondere in den so genannten Drittweltländern. Hohe Jugendarbeitslosigkeit und damit verbunden ein Mangel an Perspektiven sind oft düstere Realität.

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken und jungen Menschen zusätzliche Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu gehen, hat Learnship, Anbieter für digitale Sprachkurse und interkulturelle Trainings 1.000 Lizenzen für Jugendliche aus den weltweiten Programmen der SOS-Kinderdörfer zur Verfügung gestellt. Das Unternehmen unterstützt als Partner die globale YouthCan! Initiative der SOS-Kinderdörfer.

Selbstbestimmtes Lernen für die eigene Zukunft

Sprachbarrieren erweisen sich häufig als Hürde für einen Arbeitsplatz in internationalen Unternehmen und schränken das kulturelle und soziale Leben ein. Wer sprachlich gut aufgestellt ist, dem öffnen sich Türen zu anderen Kulturkreisen und zu einem breiteren Wissensschatz. Aber noch vielen Menschen bleibt das Erlernen einer Fremdsprache verwehrt. Die Kooperation mit Learnship im Rahmen der YouthCan! Programme zielt darauf ab, möglichst vielen benachteiligten Jugendlichen diese Chance zu eröffnen. Wir haben drei Jugendliche aus drei verschiedenen Kontinenten gefragt, welche Erfahrungen sie bisher durch ihre Teilnahme an den Kursen gesammelt haben, und was sie motiviert.

Ich möchte später als Krankenschwester arbeiten, vielleicht sogar in den USA. Deshalb möchte ich lernen, gutes Englisch zu sprechen und wie ich mich mit anderen Menschen austauschen kann.

Bridget, 16 Jahre, Uganda

"Happy" über die neuen Sprachkenntnisse

Die jugendlichen Teilnehmer am Programm 'Learnship Solo' aus Uganda, Bolivien und Bangladesch freuen sich über ihre sprachlichen Fortschritte mit dem digitalen Lernmedium. Ihre Rückmeldungen sind durchweg positiv. Das gemeinsame Ziel ist es, die englische Sprache so zu lernen, dass sie in der Zukunft eloquent und sicher in allen Lebenssituationen angewendet werden kann. Dabei hat jede bzw. jeder von ihnen seine eigenen Vorstellungen, was er später mit den neuen Sprachkenntnissen erreichen möchte.

Ich möchte einen Abschluss in Englisch machen. Ich kann mir gut vorstellen, später einmal als Englischlehrerin an Schulen unterrichten.

Dayli Lisbeth, 17 Jahre, Bolivien

Dayli Lisbeth aus Bolivien, die gerade im Abschlussjahr zum Abitur ist, hat über die Musik den Zugang zur neuen Sprache gefunden. Da sie gerne englische Lieder hört, wollte sie diese auch besser verstehen und selbst mitsingen können. Inzwischen versteht sie nicht nur ihre Lieblingssongs viel besser, sondern tut sich auch mit den Geschichten und Themen im Englischunterricht viel leichter.

"Ich finde es toll", ergänzt Dayli, "in dem Programm vieles über verschiedene Orte auf der Welt zu lernen, die ich gerne später einmal bereisen möchte. Ich war überrascht, wie ich schon nach kurzer Zeit die Geschichten und Inhalte der Lerneinheiten viel besser verstehen konnte. Und es ist für mich eine besonders wichtige Erfahrung, dabei Menschen aus anderen Ländern kennen zu lernen und mich mit ihnen auf Englisch zu unterhalten."

Englisch ist zwar nicht unsere Hauptsprache, aber man braucht es überall, weil es eine internationale Sprache ist. Bisher konnte ich nur mäßig schreiben und sprechen, jetzt kann ich das aufholen. Ich freue mich, dass ich an diesem Kurs teilnehmen kann. Nach und nach werden meine Kenntnisse immer besser.

Jannatul, Bangladesch

Jannatul aus Bogra in Bangladesch studiert Zoologie an der National University of Bangladesch. Die zielstrebige junge Frau wohnt derzeit in einem Studentenwohnheim. Jannatul ist an ihrer Uni aktiv, malt und handarbeitet gerne, ist aber auch versiert im Umgang mit dem Computer. Am Englischkurs nimmt sie über ihr Mobiltelefon teil und hat bereits das erste Level des Kurses erfolgreich abgeschlossen. Besonders praktisch findet Jannatul, dass sie die Einheiten zeitlich frei planen und in ihrer Freizeit absolvieren kann.

Drei Schülerinnen mit Zukunftsträumen

Die Teenagerinnen Grace, Bridget und Peruth lernen gemeinsam. Sie leben in einem SOS-Kinderdorf in Uganda und absolvieren das Sprachtraining von ihrem Zuhause aus.

Durch das Training wurde ich viel selbstbewusster. Nun traue ich mir zu, dass ich später einmal Anwältin werden könnte. Ich kann mir vorstellen, auch bei Gerichtsverhandlungen auf Englisch zu sprechen.

Grace, 17 Jahre, Uganda

Die drei jungen Frauen setzen sich neben ihren Hobbies wie Sport, Tanzen oder Lesen auch für andere ein. Grace will anderen Jugendlichen helfen, auf dem rechten Weg zu bleiben. Sie liebt Anwaltsserien im Fernsehen, die sie nun auch auf Englisch ansehen kann. Peruth bringt gerne andere zum Lachen und hat für Probleme immer ein offenes Ohr.

Ich habe viele Ideen, was ich später machen könnte. Motivationsrednerin, Journalistin, Geografin, etwas mit Reisen. All diesen Zielen bringen mich meine Sprachkenntnisse näher.

Peruth, 17 Jahre, Uganda

Learnship verbindet mehrere Kompetenzen

Für einige der Jugendlichen ist es die erste Erfahrung mit einer digitalen Lernplattform. Sie lernen dabei auch den technischen Umgang mit dem Medium und entwickeln Medienkompetenz – beides Anforderungen in vielen modernen Berufen. Hürden wie eine schlechte Internetverbindung oder fehlende Computerausstattung wurden ebenfalls gemeistert.

Was die Jugendlichen antreibt

Mit ihren neuen Sprach- und Kulturkenntnissen zu reisen und besser mit anderen interagieren können, treibt viele der Jugendlichen an. Viele möchten nicht nur die Sprache verstehen, sondern auch selbst Gefühle und Gedanken besser ausdrücken oder sich kritisch mit englischen Texten auseinandersetzen. Das Programm schult dafür alle Fähigkeiten der Lernenden: hören, sprechen, schreiben und verstehen.

Sprechgeschwindigkeit oder Aussprache waren anfangs für einige der Teilnehmenden eine Herausforderung. Doch inzwischen sind die Jugendlichen routinierter. Hilfreich ist dabei, dass das Learnship Programm die Jugendlichen an ihrem jeweiligen Kenntnisstand abholt und sie ihr Lerntempo selbst bestimmen können. So wird gefördert, aber nicht überfordert.

Autorin: Sofia Delgado

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