Das SOS-Kinderdorf

Im SOS-Kinderdorf finden elternlose und verlassene Kinder ein neues Zuhause. Sie wachsen dort in der Geborgenheit einer SOS-Familie auf: liebevoll umsorgt von ihrer SOS-Kinderdorf-Mutter, zusammen mit Geschwistern. Die SOS-Familie bietet den Kindern intensive Betreuung, wie sie gerade traumatisierte Mädchen und Jungen brauchen, und kann große Geschwistergruppen aufnehmen.

Die SOS-Kinderdorf-Mutter baut zu jedem ihr anvertrauten Kind eine enge Beziehung auf und gibt ihm die Sicherheit und Geborgenheit, die es braucht. Als feste Bezugsperson lebt sie mit ihren Kindern unter einem Dach. Sie ist eine pädagogische Fachfrau, die insbesondere für die Betreuung traumatisierter Mädchen und Jungen geschult ist. Sie berücksichtigt und respektiert den familiären, kulturellen und religiösen Hintergrund jedes Kindes. Die SOS-Mutter unterstützt die Kinder in ihrer Entwicklung und begleitet sie auf ihrem Weg in die Selbständigkeit.

In einigen Ländern werden SOS-Kinder auch von einem SOS-Vater oder einem Paar betreut.

SOS-Mutter in Indien mit Jungen. Foto: Firoz Ahmad
SOS-Mutter in Indien mit einem ihrer SOS-Kinder. Foto: Firoz Ahmad 

Mädchen und Jungen verschiedenen Alters und unterschiedlicher familiärer Herkunft leben in einer SOS-Kinderdorf-Familie wie Brüder und Schwestern zusammen. Unter SOS-Geschwistern entwicklen sich emotionale Bande, die ein Leben lang halten. Leibliche Geschwister werden immer gemeinsam in einer SOS-Kinderdorf-Familie aufgenommen, was den Kindern hilft, neuen Halt zu finden.

Kinder im SOS-Kinderdorf Lusaka, Sambia. Foto: Paul Weaver
Geschwister im SOS-Kinderdorf Lusaka, Sambia. Foto: Paul Weaver

Die Kinder und ihre SOS-Kinderdorf-Mutter leben zusammen in einem Haushalt. Jede Familie gestaltet ihr eigenes Heim, das mit seinem eigenen Lebensrhythmus und seiner Atmosphäre den Mittelpunkt für das Familienleben bildet. In ihrem Zuhause können die Kinder ein echtes Gefühl von Sicherheit, Geborgenheit und Zugehörigkeit entwickeln. Die Kinder wachsen gemeinsam auf, lernen miteinander und teilen Aufgaben, Freuden und Sorgen des täglichen Lebens.

SOS-Kinderdorf-Familie in Thailand beim Essen. Foto: Somchat Nusrin
SOS-Familie in Thailand. Foto: Somchat Nusrin

Mehrere SOS-Kinderdorf-Familien bilden zusammen eine Dorfgemeinschaft, die ein unterstützendes Umfeld für eine glückliche Kindheit bietet. Die SOS-Mütter werden von weiteren SOS-Mitarbeitern, Pädagogen und Psychologen bei der Betreuung der Kinder unterstützt. Die Familien tauschen Erfahrungen aus und helfen sich gegenseitig. Sie sind in der Nachbarschaft integriert. In der Familie, im Dorf, in der Gemeinde lernt jedes Kind, sich aktiv in die Gesellschaft einzubringen. 

SOS-Kinderdorf Les Cayes, Haiti. Foto: Maxence Bradley
SOS-Kinderdorf Les Cayes, Haiti. Foto: Maxence Bradley

Ziel jedes SOS-Kinderdorfs ist es, die Kinder auf ein Leben in Selbständigkeit vorzubereiten und sie so lange zu begleiten, bis sie auf eigenen Beinen stehen können. Jedes Kind erhält, abgestimmt auf seine individuellen Bedürfnisse, eine Schulbildung und Berufsausbildung. Damit befähigen wir die Mädchen und Jungen, später als Erwachsene ein selbstbestimmtes, finanziell unabhängiges und sozial integriertes Leben zu führen.

 

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Pionier und SOS-Gründer

Hermann Gmeiner gründete 1949 im österreichischen Imst das erste SOS-Kinderdorf der Welt - Foto: A. Gabriel

Mit dem Konzept des SOS-Kinderdorfes war unsere Organisation ein Pionier familiennaher Langzeitbetreuung von verwaisten und verlassenen Kindern: 1949 legte Hermann Gmeiner in der Tiroler Kleinstadt Imst den Grundstein für das erste SOS-Kinderdorf. Angesichts der Not der Kriegswaisen und der Missstände in den damaligen Heimen war es die Vision Hermann Gmeiners, verlassenen und elternlosen Kindern ein echtes Zuhause zu geben. Er verwirklichte eine einfache, aber bahnbrechende Idee: Jedes Kind braucht eine Mutter und wächst am natürlichsten mit Geschwistern in einem eigenen Haus innerhalb einer Dorf-Gemeinschaft auf.

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