Kinderschutz

Das Thema Kinderschutz hat für die SOS-Kinderdörfer größte Bedeutung.

Foto: Jakob Fuhr

Seit 2008 haben wir eine Fülle von Maßnahmen ergriffen, um den Kinderschutz in unseren weltweit rund 3.000 Projekten zu verankern. In allen 137 Ländern, in denen wir tätig sind, wurden und werden die Mitarbeitenden gezielt weitergebildet und Untersuchungs-Teams aufgebaut, um Verdachtsfällen nachzugehen.

Für die Kinder haben wir Wege eingerichtet, wie sie sich an Vertrauenspersonen wenden können, notfalls auch anonym. Auf diese Weise können Kinder geschützt, aber auch Strafmaßnahmen bei Vergehen eingeleitet werden.  

SOS-Kinderdorf International wurde 2018 von der Organisation "Keeping Children Save" mit der "Level 1 Certification" ausgezeichnet. Nachdem die Zertifizierung nach drei Jahren turnusgemäß abläuft, haben wir diese erneut beantragt. Wir arbeiten nach der "UN-Konvention über die Rechte des Kindes" und den "Richtlinien für die alternative Betreuung von Kindern". Unsere Kinderschutzrichtlinien konzentrieren sich auf vier zentrale Handlungsbereiche: Bewusstsein schaffen, Prävention, ein Melde- und Dokumentationssystem sowie Maßnahmen ergreifen.

Jährlicher Kinderschutzbericht - Annual Child Safeguarding Report

Jedes Jahr erstellt das Child Care and Safeguarding Team von SOS-Kinderdorf International einen Bericht über die Kinderschutzaktivitäten der Organisation, Vorfälle und Empfehlungen aus dem vergangenen Jahr.

Aktionsplan zur Stärkung des Kinderschutzes

Weil jeder Fall ein Fall zu viel ist: Kinderschutz wird bei den SOS-Kinderdörfern kontinuierlich weiterentwickelt. 

  • Als Alternative zur Heimunterbringung etablieren die SOS-Kinderdörfer nach dem 2. Weltkrieg zuerst in Österreich ein familiennahes Betreuungsmodel. Es ermöglicht verlassenen Kindern ein liebevolles Aufwachsen und schützt sie vor Vernachlässigung.
  • Die SOS-Kinderdorf-Idee weitet sich über die ganze Welt aus. Alle Programme sind lokal verankert, was sich als stabilisierender Faktor erweist. So wird eine kontinuierliche, verlässliche Betreuung der Kinder auch in Krisenzeiten ermöglicht.

Mit der globalen Verbreitung rücken Qualitätssicherung und Professionalisierung in den Fokus:

  • 1978 wird die Rolle der SOS-Kinderdorf-Mutter als sozialer Beruf anerkannt – mit festgelegter Berufsbeschreibung und Ausbildung.
  • In den 90er-Jahren werden die ersten Regionalbüros gegründet, um die Qualität der Betreuung weltweit zu garantieren.
  • 2002 werden weltweit gültige Standards für Mitarbeitende von SOS-Kinderdorf verabschiedet.

  • Die Betreuung sowie der Kinderschutz werden kontinuierlich professionalisiert.
  • 2008 verabschiedet die Generalversammlung für alle Programme der SOS-Kinderdörfer geltende Kinderschutz-Richtlinien.
  • In den folgenden Jahren werden die Richtlinien weiter ergänzt und präzisiert, unter anderem durch definierte Regeln für "Reporting & Responding Procedures" sowie "Child Protection Investigations".
  • 2011 wird der Code of Conduct verabschiedet: Er verpflichtet die Mitarbeitenden weltweit auf verbindliche Standards und respektvolles Verhalten und trägt ebenfalls entscheidend zur Sicherheit der Kinder bei.

Die Kinderschutzrichtlinie und der Code of Conduct bilden bis heute die Grundlage für den Kinderschutz der SOS-Kinderdörfer.

  • 2018 wird die Leitlinie "SOS-Care Promise" verabschiedet, die verbindliche Qualitäts-Kriterien für die Betreuung der Kinder und Jugendlichen festlegt – eine essentielle Voraussetzung für den Kinderschutz.
  • Das regionale sowie globale Kinderschutz-Netzwerk wird signifikant gestärkt und ausgebaut.
  • Weitere Trainings- und Präventivmaßnahmen sowie verbesserte
    Melde- und Reaktionssysteme werden etabliert.
  • Jährliche Kinderschutz-Datenerhebungen werden in allen Ländern der SOS-Kinderdörfer verbindlich eingeführt.
  • Auf dieser Grundlage wird der jährliche Kinderschutzreport erstellt,
    der seit 2018 öffentlich einsehbar ist.
  • Die externe Kinderschutz-Organisation "Keeping Children Save" erteilt
    den SOS-Kinderdörfern die Level-1-Zertifikation und bescheinigt ihnen
    somit, dass sie über ein stabiles und verlässliches Kinderschutz-System verfügen.
  • 2017 beginnt "Keeping Children Safe" mit der Arbeit an der "Independent Child Safeguarding Review" (ICSR): Im Auftrag der SOS-Kinderdörfer untersucht sie historische Kinderschutz-Vorfälle. Ziel der SOS-Kinderdörfer ist es, aus der Vergangenheit zu lernen, Lücken zu schließen und den Kinderschutz weiter zu verbessern.

Aktionsplan für den Schutz von Kindern und Jugendlichen

  • Verlässliche Reportings und Response-Prozesse werden in allen Ländern etabliert.
  • Die Kapazitäten für den Schutz von Kindern und Jugendlichen werden weiter ausgebaut.
  • Insbesondere wird gezielt in 70 – 100 Programmstandorte investiert, um die Standards zu verbessern und den Kinderschutz zu stärken.
  • Mitarbeiter:innen werden regelmäßig zum Kinderschutz geschult und erhalten verpflichtende Supervisionen, um die hohe Qualität der Betreuung sicherzustellen, die eine wichtige Voraussetzung für den Kinderschutz ist.
  • Personalstrukturen und Verantwortlichkeiten werden klar definiert.
  • Kinder und Jugendliche erhalten Präventions-Trainings und sie bekommen verstärkt Möglichkeiten der bedeutungsvollen Partizipation – ein wichtiges Element für eine vertrauensvolle, sichere Umgebung.
  • Risikobewertung: Insbesondere die Programme der SOS-Kinderdörfer in 25 Krisenländern werden gezielt unterstützt, um den Kinderschutz auch unter schwierigsten Bedingungen sicherzustellen. Ein intensives Monitoring begleitet die Entwicklung.
  • Ombudspersonen-System: Externe Opferanwälte ergänzen die internen Kinderschutz-Mechanismen. Sie stehen bereit, um Betroffene zu beraten, zu unterstützen und zu begleiten.

Unterstützung von Betroffenen und Opferschutz

  • Innerhalb des Internationalen Managements wird eine neue Leitungsposition geschaffen, die für den Opferschutz zuständig und dafür verantwortlich ist, dass Betroffene Unterstützung erhalten und auf Vorfälle angemessen reagiert wird.
  • Auf regionaler und nationaler Ebene werden gleichermaßen interne Opferschutz-Positionen geschaffen und externe Audits durch unabhängige Partner etabliert.
  • Um Betroffene zu unterstützen, werden internationale Sondermittel (bis 2024 rund 10 Mio. Euro) zur Verfügung gestellt. Die nationalen Vereine der SOS-Kinderdörfer halten entsprechende Rücklagen bereit.
  • Weltweit wird ein einheitliches Fall-Management-System etabliert. Dazu gehören die Pflege einer Datenbank, in die auch die Analyse langfristiger Unterstützungsmaßnahmen mit einfließt, sowie externe Audits des Systems. Mitarbeitende werden geschult, um Fall-Protokolle nach festlegten Standards zu erstellen.
  • Es wird festgelegt, dass die Leitung der SOS-Kinderdörfer in den jeweiligen Ländern persönliche Verantwortung für den Opferschutz und nationale Unterstützungspläne für Opfer trägt.
  • Entsprechend der "Independent Child Safeguarding Review" sollen auch in Zukunft regelmäßig historische Kinderschutz-Vorfälle durch unabhängige Experten untersucht werden. Das Ziel ist, den Kinderschutz der SOS-Kinderdörfer fortlaufend zu reflektieren und wo nötig, zu verbessern.
  • Alle Opfer erhalten schnellen und transparenten Zugriff auf ihre eigenen Daten.

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